Die Geschichte der Naturheilkunde in München

Die Naturheilkunde München hat in Bayern eine lange Tradition. Die Wurzeln finden sich in der Zeit der Romantik, also im 19. Jahrhundert. Ein wichtiger Faktor der Entstehung ist dabei vor allem die sozial schwächere bevölkerung, die sich im Gegensatz zum Adel den Arztbesuch, sowie die teuren Medikamente in der Regel nicht leisten konnte und so oftmals auf diverse Hausmittel zurückgriff. Zudem erlebte die medizinische Forschung, trotz der vielen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen in Bayern, einen Stillstand. Viele schulmedizinische Medikamente wurden damals in zu hohen Dosen verabreicht und hatten teilweise immense Nebenwirkungen.

Zunächst entwickelte sich die Naturheilkunde durch Hippokrates Ansatz der Elemente Wasser, Licht, Luft und Bewegung. Insbesondere die Heilung durch das Wasser wurde wieder aufgegriffen, viele öffentliche Bäder wurden wieder gegründet, wie zum Beispiel das Rosenbad in München. Insbesondere der Philologe und Theologe Christian Oertel entwickelte Anwendungen der Wasserheilkunde weiter und praktizierte diese in Bayern.

Die Naturheilkunde in München fand in der Bevölkerung eine positive Resonanz

Auch die regierung stand den neuen Heilmitteln offen gegenüber und schuf mit dem neuen „Wassererlass“ im Jahr 1836 weitere Voraussetzungen für die Durchführungen und weitere Entwicklung der Hydrotherapie. In der Bevölkerung fand die Naturheilkunde als Alternative zur Schulmedizin durchaus positive Resonanz. So wurden beispielsweise auch Vereine gegründet und organisiert, die die Naturheilkunde vorantreiben sollten. Dadurch entstanden auch neue Therapieansätze, wie zum Beispiel die Heil- und Wassergymnastik.

Eine entscheidende Rolle in der Geschichte der Naturheilkunde in München spielt Lorenz Gleich, der diesen begriff auch erstmals prägte. Dieser setzte sich unter anderem auch mit der Naturdiätetik auseinander, woraus sich später die Homöopathie entwickelte. Außerdem verfasste Gleich auch zahlreiche schriften über das Naturheilprinzip selbst, was den Ansatz für viele weitere Therapien darstellt.